Unterwegs in Belize

Ein Reisebericht

Birgit und Thomas Zaska in Guatemala und Belize (Teil 2 - Belize)

Guatemala war ja schon beeindruckend, aber jetzt waren wir genauso gespannt, was Belize für uns bereithält. Nach einer etwa 45minütigen Überfahrt von Livingston erreichten wir Punta Gorda, die südlichste Stadt Belizes. Bereits der ehemalige Name „Britisch Honduras“ verrät, dass dieses kleine Land, nur fast so groß wie Hessen, nicht mit den Nachbarländern verglichen werden kann. Nicht nur, dass die britische Königin trotz Selbständigkeit 1981 immer noch das parlamentarische Staatsoberhaupt ist und hier daher offiziell englisch gesprochen wird. Erst in den letzten Jahren hat der Anteil an der spanisch sprechenden Bevölkerung dank der verstärkten Einwanderung aus den Nachbarländern zugenommen.

Belize ist auch viel weniger besiedelt als die Nachbarländer. El Salvador z.B., fast ebenso groß wie Belize, hat etwa 16 Mio. Einwohner, Belize gerade mal etwa 360.000. Es ist also dünn besiedelt und bietet daher Platz für Naturerlebnisse und passende Lodges, wo man gut untergebracht ist.

Unsere erste Lodge im Toledo Distrikt lag nicht weit von Punta Gorda entfernt, etwas außerhalb eines kleinen Dorfes. Bis vor wenigen Jahren noch als der „Wilde Süden“ bezeichnet, sind heutzutage die allermeisten Ausgrabungen und landschaftlichen Höhepunkte leicht erreichbar. So ist es wohltuend, die Mayastätten von Niim Li Punit mit der größten in Belize gefundenen Stele (9 m) oder Lubaantun abseits großer Touristenströme in Ruhe zu besichtigen. Wir haben diese Besichtigungen mit Wanderungen zu Wasserfällen und Höhlen, die teilweise den Mayas als Zeremonialstätten dienten, verbunden. In den ursprünglich gebliebenen Mayadörfern konnten wir einen Eindruck gewinnen, wie die Nachfahren dieses großen Volks versuchen, im Einklang mit der Natur und von den Produkten des Walds zu leben.

Unser nächstes Ziel war Placencia, etwa 160 km nördlich von Punta Gorda auf einer Halbinsel gelegen. So stellt man sich die Karibik vor! Wunderschöne Strände (vielleicht die besten des Landes), ein gemütliches Dorf mit ein paar wenigen Souvenirshops und pastellfarbene Holzhäuser, Reggaemusik lockt in kleine Lokale. Ideal also für einen Strandaufenthalt, schade nur, dass die Riffs zwei Bootsstunden entfernt liegen.

Auch hier wären wir gerne noch ein paar Tage geblieben, aber wir wollten ja weiter nach Hidden Valley. Das kleine „Mountainresort“ Hidden Valley Inn ist viel zu schade, um es nur als Ausgangspunkt für die Ausgrabungsstätte von Caracol oder auch Tikal zu nutzen. Es liegt inmitten eines privaten Reservats der Mountain Pine Ridge. Auf seinen insgesamt 90 km langen Trails entdeckten wir herrliche Wasserfälle und eine undenkbar gehaltene Vielfalt an Vogelarten und einige Rockpools, die man sogar exklusiv für sich mieten könnte. Caracol haben wir natürlich schon besucht und fast tat es uns leid, die Annehmlichkeiten unserer Anlage heute nicht vollständig nutzen zu können, aber die Mayastätte war es wert. Es ist schon wirklich faszinierend, die Tempel und Paläste, Spielplätze und Relief inmitten dieser grandiosen Natur fast ungestört bewundern zu können.

Die Entfernungen im Land sind zwar sehr überschaubar, die Straßenverhältnisse annehmbar, aber wir sind zur nächsten Station, der Chan Chich Lodge, geflogen. Es gibt nichts schöneres, als in den kleinen Maschinen nicht allzu hoch über den Regenwald, die abwechslungsreiche Küste oder die vorgelagerten Riffs zu fliegen. Auf diesem Flug konnten wir uns nicht satt sehen am unter uns langsam vorbeiziehenden Regenwald.

Selbstverständlich werden auf der Chan Chich Lodge Ausflüge und Tierbeobachtungen angeboten, aber wir hatten den Eindruck, dass wir auf dem Areal des Resorts mehr Tiere zu Gesicht bekamen als im umliegenden Regenwald. So sahen wir von der Terrasse unseres Bungalows aus farbenprächtige, teilweise noch nie gesehene Vögel vorbeifliegen, Affen hangelten sich von Ast zu Ast, Rehe und Pfaue promenierten vorbei. Hätte uns nicht die Ausgrabung von Chan Chich interessiert, wären wir beinahe nicht aus der Anlage herausgekommen.

Und dann sind wir wieder geflogen – auf den Ambergris Caye nämlich. Heute konnten wir als Entschuldigung angeben, dass der Landweg recht umständlich und langwierig gewesen wäre. Man meint, die „Hauptstadt“ der Insel San Pedro in den Romanen Hemingways wieder zu finden. Naja: Golfcarts, heute ein gängiges Fortbewegungsmittel gab es damals noch nicht, aber dieses karibische Flair mit den pastellfarbenen Holzhäusern, typische Lokale, aus denen Reggae tönt und die heitere Gelassenheit der Einwohner allein schon würden Ambergris Caye als bevorzugtes Urlaubsziel prädestinieren. Während Placencia die vielleicht noch schöneren Strände für sich reklamiert, ist Ambergris Caye natürlich das bevorzugte Schnorchel- und Tauchrevier. Wir entdeckten auf unseren Schnorchelausflügen (zum Tauchen bleibt leider keine Zeit) herrliche Korallen, farbenprächtige Tropenfische und Stachelrochen. Genug Gesprächsstoff für „Taucherlatein“ am Abend in der Bar.

Tja, und dann war auch diese Reise vorbei. Belize ist immer noch nicht sehr leicht zu erreichen und in der Regel muss man den Weg über die USA wählen. Wir haben deshalb noch einen kurzen Stopp in New York eingelegt (man gönnt sich ja sonst nichts) und sind mit Lufthansa sehr angenehm und komfortabel in der Premium Economy nach München zurückgeflogen.

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